Wo soll Ihre Lupe scharf abbilden?
Der Arbeitsabstand wird von der Augenebene bis zum Arbeitsfeld gemessen. Er beschreibt die Entfernung, auf die Ihre Lupenoptik fokussiert wird. Die Grundlage dafür ist Ihre vorgesehene Behandlungsposition.
Ob Präparation, Endodontie oder Prophylaxe: Sie prüfen in Ihrer üblichen Arbeitshaltung, wo das Detail liegt, das Sie vergrößert betrachten möchten. Die Körpergröße allein reicht dafür nicht aus. Auch Ihre Sitzposition, die Patientenposition und die Lage des Arbeitsfelds spielen eine Rolle.
Rund um den eingestellten Arbeitsabstand liegt der Schärfebereich Ihrer Optik. Diese Schärfentiefe gibt Ihnen Spielraum für kleinere Abstandsänderungen. Wie groß er ausfällt, hängt unter anderem von der Optik, der Beleuchtung und Ihren Sehbedingungen ab. Bei der Erprobung prüfen Sie deshalb, ob das Arbeitsfeld in Ihrer vorgesehenen Position scharf erscheint und welche Bewegungsreserve Sie tatsächlich haben.
Vermessen statt schätzen
Ein angenommener Abstand kann von der Entfernung abweichen, in der Sie tatsächlich arbeiten. Ohne Vermessung in Ihrer Arbeitsposition bleibt offen, ob diese Einstellung zu Ihrer Behandlungsposition passt. Dann kann es nötig werden, näher heranzurücken oder mehr Abstand zu halten, damit das Bild scharf wird. Entscheidend ist daher die Messung in Ihrer Arbeitsposition: im Sitzen, wenn Sie sitzend behandeln, und im Stehen, wenn Sie stehend arbeiten.
Bei Designs for Vision wird der Arbeitsabstand ausschließlich in Schritten von 1,27 cm angepasst. Das entspricht einem halben Zoll. Welcher Wert für Sie passt, wird anhand Ihres gemessenen Arbeitsabstands abgestimmt.
Zur Anpassung gehört anschließend die Kontrolle: Liegt das Arbeitsfeld in der gewünschten Position scharf im Bild? Bleibt die Optik auf die Entfernung ausgerichtet, die für Ihre Arbeit vorgesehen ist?
Pupillenabstand: Ihr Blick ins Arbeitsfeld zählt
Beim Blick auf ein nahes Ziel richten sich Ihre Augen anders aus als beim Blick in die Ferne. Für die Positionierung der Lupenoptik wird deshalb der funktionelle Pupillenabstand ermittelt: der Abstand zwischen Ihren Pupillen beim Blick auf ein Ziel in Ihrem Arbeitsabstand.
Die Werte für das linke und das rechte Auge werden getrennt erfasst. Ein geschätzter Gesamtwert bildet diese persönliche Ausrichtung nicht zuverlässig ab. Auch die Fernpupillendistanz ersetzt die Vermessung am Ziel im Arbeitsabstand nicht.
Engelmann-Methode: jedes Auge einzeln
Bei der Engelmann-Methode blicken Sie auf ein Messziel in Ihrem zuvor ermittelten Arbeitsabstand. Ein Auge wird abgedeckt, während die Position für das andere Auge bestimmt wird. Anschließend wird der Vorgang für die Gegenseite wiederholt.
Das Foto zeigt diesen Ablauf mit dem VerifEYE-Messrahmen. Die Messung orientiert sich an Ihrem Blick auf das Ziel und erfolgt getrennt für beide Augen.

Was am VerifEYE-Messrahmen dokumentiert wird
Die funktionellen Pupillenabstände werden auf 0,5 mm abgelesen und für links und rechts getrennt dokumentiert. Danach wird der Arbeitsabstand nochmals gemessen und die Ausrichtung mit beiden offenen Augen kontrolliert. So wird auch geprüft, ob Sie das Messziel während der Vermessung näher an sich herangezogen haben.

Kopfschmerzen, Schwindel oder Nackenschmerzen?
Wenn beim Arbeiten mit Ihrer Lupe Beschwerden auftreten, lohnt sich auch eine Überprüfung der Anpassung. Dabei werden die optische Ausrichtung und Ihre Arbeitsposition getrennt betrachtet.
Kopfschmerzen und Schwindel
Werden Pupillenabstände nur geschätzt oder unpassend erfasst, kann die Optik falsch ausgerichtet sein. Eine unpassende Ausrichtung kann die Augen belasten und Kopfschmerzen oder Schwindel begünstigen. Auch ein ungünstiger Einblickwinkel kann die Augen belasten.
Nackenschmerzen
Ein zu kurzer Arbeitsabstand kann dazu führen, dass Sie den Kopf stärker nach vorn neigen, um scharf zu sehen. Eine dauerhaft ungünstige Haltung kann Nackenschmerzen begünstigen. Deshalb gehören Arbeitsabstand und Einblickwinkel gemeinsam in die Überprüfung.
Solche Beschwerden haben auch andere mögliche Ursachen. Schwindel kann beispielsweise während der Eingewöhnung an eine neue Lupenoptik auftreten. Aus einer Beschwerde allein lässt sich kein Messfehler ableiten. Anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Was wurde bei Ihrer Lupe tatsächlich vermessen?
Zur persönlichen Anpassung gehören neben Arbeitsabstand und funktionellem Pupillenabstand auch der Einblickwinkel, der Fassungssitz und Ihre vorhandene Sehkorrektur. Die gewählte Fassung muss beim Tragen in der vorgesehenen Position sitzen.
Wenn Sie Ihre bisherige Anpassung nachvollziehen möchten, helfen diese Fragen:
- Wurde mein Arbeitsabstand in meiner tatsächlichen Behandlungsposition gemessen?
- Wurden die funktionellen Pupillenabstände für jedes Auge einzeln ermittelt und dokumentiert?
- Wurden Arbeitsabstand und Ausrichtung mit beiden offenen Augen nochmals kontrolliert?
- Wurden Einblickwinkel, Fassungssitz und meine Sehkorrektur berücksichtigt?
Welche Erfahrung machen Sie mit Ihrer Lupe?
Müssen Sie Ihre Haltung verändern, um durch Ihre Lupe scharf zu sehen? Oder sind bei Ihrer bisherigen Anpassung Fragen offen geblieben?
Beschreiben Sie uns, was Ihnen beim Arbeiten auffällt. Wir besprechen gern mit Ihnen, welche Punkte überprüft werden sollten und welche Optik zu Ihren Aufgaben passt.